Geschäftsmodell Buffett
Das Geschäftsmodell und die Erfolgsgeschichte von Warren Buffett
Buffets Erwerb von Mehrheitsanteilen
Seit der junge Warren Buffett 1957 sein erstes eigenes Finanzunternehmen gegründet
hatte, war es ihm jedes Jahr gelungen den Dow Jones Index zu übertreffen. Buffett
fuhr fort, den Dow Jones zuverlässig zu schlagen bevor er 1969 seine Firma auflöste.
Während ihrer Existenz machte Buffetts Unternehmen einen Gewinn von 29,5 Prozent
pro Jahr, was bei einem Einstieg mit 10.000 Dollar einen Reingewinn von 150.270
Dollar ausmachte. Die vergleichbaren Zahlen für den Dow Industrials waren 7,4 Prozent
und 15.260 Dollar.
1961 umfassten die von Buffett geleiteten Investmentgesellschaften nur ein Volumen
von nur 5 Millionen Dollar. Er riskierte ein Fünftel seines gesamten Portfolios
und erwarb 70% von Dempster Mill Manufacturing, einem Hersteller landwirtschaftlicher
Maschinen 130 km südlich von Omaha. Nachdem es sich selbst zum Chef ernannt hatte,
holte Buffett einen Betriebsmanager aus Los Angeles, der innerhalb kurzer Zeit Dempsters
Rentabilität dadurch verbesserte, dass er das Inventar auf Vordermann brachte, die
Ausgaben drastisch kürzte und Arbeiter entließ. 1963 konnte Buffett die Firma für
einen Nettogewinn von 2,3 Millionen Dollar verkaufen.
Er hatte dieses Modell bereits an einer Reihe anderer kleinerer Firmen mehr oder
weniger erfolgreich erprobt, als er 1965 auf einen heruntergekommenen Textilhersteller
aus Massachusetts stieß: Berkshire Hathaway. Als Buffett sich vom Geldmanagementgeschäft
löste und ein riesiges Industrie- und Finanzunternehmen aufzubauen begann, war es
Berkshire Hathaway mit dem er sich den Status eines erfolgreichen Selfmade-Milliardärs
aufbaute.
Buffett betrieb seine Geldfabrik namens Berkshire Hathaway, indem er mit Erfolg
in Aktien, Obligationen und Waren investierte. Wenn die Umstände gut waren, begnügte
er sich nicht nur mit einigen Firmenaktien, sondern kaufte Mehrheitsanteile. Manchmal
war der Kauf eines Anteils groß genug, um durch ihn einen wirksamen Einfluss auf
die Führungsetage des Unternehmens ausüben zu können.
Oft geht er so vor, dass er eine Firma ganz oder per Aktienrückkauf in Etappen erwirbt,
bei der er weiß, dass sie für einen privaten Käufer mehr wert ist als der Preis,
für den sie momentan verkauft wird, besonders dann, wenn ein paar Veränderungen
vorgenommen wurden.
Von der Hebelwirkung geschickter Finanzierung profitieren
Das spektakuläre Wachstum seines Privateinkommens war die Folge von Strategien,
die ein ausschließlich mit Wertpapieren handelnder Investor nicht anwendet. Um Buffetts
Strategien kopieren zum können, müsste man zunächst die Leitung eines großen Versicherungsunternehmens
übernehmen.
Man kann aus drei Quellen schöpfen, wenn man ein Versicherungsunternehmen zu seinem
Imperium ausbauen möchte:
- Gebrauch von Geldmitteln, die im Laufe der Zeit in den Besitz Anderer übergehen,
-
steuerliche Vorteile und
- finanzielle Hebelwirkung.
Die Möglichkeit, das Geld anderer Leute einzusetzen, verschafft man sich, indem
man die Geldmittel aus Versicherungsprämien nutzt. Die Rückstellungen müssen zwar
zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt wer, aber bis dahin kann die Verscherungsgesellschaft
über diese Geldmittel verfügen und sie als Investitionen einsetzen. Der Vorteil
der Einnahmen, die durch derartige Investitionen erzielt werden, liegt darin, dass
sie stark steuerbegünstigt sind.
Aus jährlichen Prämien, die um ein Mehrfaches höher sind als das Kapital, das in
das Unternehmen investiert wurde, ergibt sich ein weiterer Vorteil: die finanzielle
Hebelwirkung. Nehmen wir zum Beispiel ein Unternehmen, in das mit 200 Millionen
Dollar investiert wurde und 800 Millionen Dollar jährliche Prämien abwirft. Wenn
der Versicherer 6 Prozent des resultierenden Investment-Portfolios von einer Milliarde
Dollar verdient, also 60 Millionen Dollar, beträgt seine Kapitalrendite (vor Ausgaben
und Steuern) 30 Prozent. Diese Hebelwirkung ist bei Berkshire Hathaway besonders
stark. Normalerweise machen Obligationen die Mehrheit des Portfolios einer Versicherungsgesellschaft
aus. Buffett bevorzugte jedoch Aktien, die langfristig höhere Renditen ermöglichen.
Zusätzlich verstärken Warren Buffetts außergewöhnlich hohe Investmenterträge die
Hebelwirkung des Berkshire- Hathaways-Portfolios.
Die Konkurrenz schlagen
Im Versicherungsgeschäft lässt der Wettbewerb die Preispolitik regelmäßig auf ein
unattraktiv niedriges Niveau absinken. Wenn solch ein Punkt innerhalb des Zyklus
erreicht ist, zieht es Berkshire Hathaway eher vor, äußerst niedrige Prämien zu
bewilligen als unrentable Polizzen auszustellen.
Im Gegensatz dazu tendieren die Konkurrenten jetzt dazu, auf Marktanteile zu setzen
und fahren mit diesen unrentablen Geschäften zwangsweise Verluste ein. Geschwächt
ziehen sie sich nun zurück und überlassen Berkshire Hathaway gewaltige Abschlussmöglichkeiten
genau dann, wenn die Preispolitik wieder attraktiv ist.
Geschäftsmodell Unternehmen kaufen und verkaufen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, am Kauf und Verkauf von Unternehmen zu verdienen.
Die offensichtlichste ist natürlich, sowohl beim einen wie auch beim anderen einen
guten Preis auszuhandeln. Den Gewinn, der sich aus solchen Transaktionen ziehen
lässt, kann man aber durch eine möglichst günstige Finanzierung des Kaufpreises
maximieren. Auch aus der Steigerung des Firmenwerts durch ein fähiges Management
lässt sich zusätzlich Kapital schlagen. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind
die Gehaltszahlungen, die man sich selbst anweisen kann, solange man Eigentümer
und Leiter des Unternehmens ist.
Durch die Ausnutzung all dieser Gewinnchancen bei jeder Transaktion und durch Gewährleistung
einer großen Zahl von Transaktionen kann man ein erhebliches Vermögen zusammentragen,
wenn man mit wachem Auge die interessantesten Gelegenheiten wahrnimmt.
Buffetts Fähigkeiten
Warren Buffett hat die Fähigkeit, versteckte Werte zu erkennen und die Entschlossenheit,
diese Erkenntnis zu nutzen. Das Tagesgeschäft überläßt er fähigen und verlässlichen Managern.
Als Benjamin Grahams Student an der Columbia-Universität war Buffett der einzige,
der je vom „Vater der Wertpapieranalyse“ die Note A+ bekam. Auch aus der Gruppe
talentierter Wertpapieranalytiker im Unternehmen von Graham-Newman zwischen 1954
und 1956 stach er durch seine Intelligenz heraus.
Buffett ist bekannt für seine Fähigkeit, riesige Mengen Finanzdaten im Gedächtnis
zu behalten und den Wert von Papieren im Kopf auszurechnen. Er handelt bei seinen
Geschäftstransaktionen Bedingungen aus, die für passive Investoren unerreichbar
sind. Millionen anderer Investoren haben wie er Aktienwerte genau geprüft, aber
nur er hat die Rosinen entdeckt und herausgepickt. Auch seine Art, Bridge zu spielen,
hat nahezu internationales Niveau. Als ein Reporter bemerkte, dass in seinem Büro
keine Computer stünden, antwortete Buffett: „Ich bin ein Computer“.
Quelle:
Milliardäre und ihre Erfolgsgeschichten. Die Strategien der 14 Superreichen